„Ein Sommer und ein ganzes Leben“ von Kristina Günak – Buchbesprechung

Katharinas Job als Mediatorin und Coach reicht,
um ihre beiden Kinder und sie zu versorgen.
Als sie das Angebot erhält, dass Haus ihrer besten Freundin zu hüten,
gibt es für sie keinen Grund, es abzulehnen.
David ist ein erfolgreicher Geschäftsmann,
doch seine Ablage versinkt im Chaos.
Wie gut, dass Katharina sich gerne noch etwas dazuverdienen möchte.
Dass beide ein Geheimnis um ihre Vergangenheit machen,
ist nicht unbedingt hilfreich, als sie bemerken, wie sehr es zwischen ihnen funkt.


Ein neuer Roman von Kristina Günak, ach ne, Valentin – aber eigentlich ist es egal, welcher Nachname folgt, wo Kristina Günak/Steffan/Valentin draufsteht, ist immer eine Menge Humor, eine gute Prise Drama und natürlich ganz viel Gefühl drin.

So auch diesmal – und Kristina Valentin wagt sich an eine Thematik, die man leider viel zu selten in der Unterhaltungsliteratur findet: körperliche Behinderungen.

David sitzt im Rollstuhl und die Autorin zeigt sehr schön auf, mit welchen Behinderungen er in seinem Alltag klar kommen muss – und die haben nichts mit seiner inkompletten Querschnittslähmung zutun, sondern eher mit der Achtlosigkeit der Anderen. Auch die Hilflosigkeit im Umgang mit seiner Andersartigkeit wird thematisiert und öffnet hoffentlich dem Einen oder Anderen die Augen – Menschen mit Handicaps sind NICHT anders!

Kristina Valentin ist es wirklich gut gelungen, Katharinas Unsicherheiten im Umgang mit David aufzuzeigen, ohne dass es aufgesetzt oder konstruiert wirkt. Das gilt auch für Katharinas Verhalten im Allgemeinen. Ihre Angst um die Kinder kann man nachvollziehen, ebenso das gespannte Verhältnis zu den Schwiegereltern.

Wie immer hat Kristina ihre Figuren liebevoll gezeichnet und mit Eigenarten ausgestattet, die sie lebendig werden lassen. Egal, ob es dabei um die beiden Hauptpersonen geht oder um Katharinas Kinder, um den verschrobenen Nachbarn auf der anderen Seite, die Schwiegereltern oder die Kunden mit ihren zahlreichen Problemen.


Fazit:

Ein schöner Roman, der ein sensibles Thema wunderbar behandelt, ohne es in den Mittelpunkt zu stellen.

Wieder einmal schmunzelt man über die erfrischenden Dialoge,
seufzt, wenn sich Katharina und David langsam annähern,
verdreht die Augen, wenn Nebenfiguren für Spannung sorgen
und verdrückt ein paar Tränen, wenn – ja, wenn … ach, lest es selbst!




Diana Verlag
12.02.2018
288 Seiten

Print: 9,99 EUR, e-book: 8,99 EUR
ISBN: 978-3-453-35923-9

Weitere Beiträge zu Kristina Valentin findet ihr auf der Seite “Sortierung nach Autoren”.

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