Kleinverlage, deutsche Autoren und das Thema Buchhandlung …

Was ich denke

Wie ihr ja sicher mitbekommen habt, arbeite ich bei den Blogtouren mit dem „Bookshouse Verlag“ zusammen. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Kleinverlag, allerdings finde ich hier das, was ich lesen möchte –
DEUTSCHE AUTOREN, die in all den Sparten schreiben, die ich gerne lese.

Ob Fantasy, Romane, Krimis, Thriller oder Jugend- und Kinderbücher –
alles ist vertreten und alle Bücher werden von deutschsprachigen Autoren geschrieben.

Doch immer wieder frage ich mich –
warum finde ich immer nur die bekannten deutschen Autoren
in den Buchhandlungen?

Warum gibt es nur wenige Buchhandlungen,
die mit Kleinverlagen oder Selfpublishern
zusammenarbeiten, ihnen die Möglichkeit
bieten, im stationären Buchhandel zu landen?

Warum erkennt der Buchhandel nicht, wie
wichtig es wäre sich mit den Autoren in
ihrer Umgebung zusammen zutun
und deren Bücher zu präsentieren?
Egal, welches Genre!

Ich bin oft auf Lesungen – kreuz und quer durch Nordrhein-Westfalen und fast immer habe ich einen Katalog meines „Lieblings-Kleinverlages“ dabei. Denn auf Lesungen bekomme ich nicht nur die Möglichkeit, mal mit dem Autor zu plaudern, nein – ich kann auch mit dem Buchhändler reden.

Und meist passiert folgendes – man unterhält sich über Bücher, über das Bloggen und über Verlage. Und dann frage ich, ob sie bookshouse kennen. Fast immer wird diese Frage verneint. Wenn ich dann beginne, zu erklären, dass dort deutschsprachige Autoren veröffentlichen, flacht das Interesse ab.

Warum?

Sind Bücher ausländischer Autoren tatsächlich besser?
Ist es sinnvoller, Romane zu verkaufen, die „nur noch“ übersetzt wurden und von denen man weiß, dass sie ja „laufen“?
Warum wird der Nachwuchs deutscher Autoren nicht gefördert?
Ist es wirklich das, was der Leser lesen möchte?

Ich kenne auch viele deutsche Autoren, die bei größeren Verlagen sind, aber selbst da findet die „Präsentation“ meist nur statt, wenn der Name stimmt.

Selbst Autoren renommierter deutscher Verlage müssen erleben, dass Buchhändler in ihrer Umgebung sich weigern, ihre Bücher zu führen – weil das Genre eventuell nicht ins Programm passt oder der Buchhändler zu verschroben ist und nur das in seinem Laden duldet, was er selbst liest.

Unmöglich? Nein, tatsächlich passiert.

Sind Bücher unserer deutschen Autoren wirklich so uninteressant?
Sind unsere Kleinverlage oder Selfpublisher tatsächlich so schlecht,
dass sie belächelt werden müssen?
Bekommen sie ihre Chance wirklich nur bei Amazon?
(Was traurig wäre.)

Ich glaube nicht!
Was denkt ihr?

P.S.:
Zum Glück gibt es aber auch Buchhändler, die anders denken – Lesungen mit Autoren aus der Umgebung machen, egal ob Selfpublisher, großer oder kleiner Verlag, deren Bücher auslegen und sich an so tollen Projekten wie „Aktion Lieblingsbuch“  und der Aktion „Blogger & Buchhandlung – mein Schaufenster ist der Spiegel deines Lesens“ beteiligen und der buchigen Welt Leben einhauchen.

Diesen Buchhändlern kann ich für ihr Engagement nur danken!

NACHTRAG:
Ich sehe und kenne die Probleme der kleinen Buchhandlungen, aber nur wenn sie bereit sind, andere Wege zu gehen, können sie überleben. Und warum dann nicht mit Autoren aus der Umgebung zusammen arbeiten oder einfach mal ein Regal nur für „Deutschsprachige Autoren aus Kleinverlagen“ anbieten?

Was wir als Leser dagegen tun können – unsere Bücher in den kleinen Buchhandlungen bestellen und das Gespräch darüber mit den Händlern suchen – nur so kann man deren Einstellung und Denkweisen vielleicht aufbrechen.
Vielleicht – wenn sie nicht völlig eingefahren sind.

Danke für die rege Diskussion bei Facebook. 😉

Eulengrüße

4 Gedanken zu „Kleinverlage, deutsche Autoren und das Thema Buchhandlung …

  1. Hallo Silke!
    Ich kann Dir nur zustimmen. Ich lese jetzt zwar nicht sooo viel Bookshouse, weil das zumeist, nicht alle, Ebooks sind. Aber dennoch habe ich in den letzten 2 Jahren verstärkt mein Augenmerk auf deutsche Autoren gerichtet, die eben nicht bei den ganz großen Verlagen erscheinen, sondern entweder Kleinverlage oder SP. Und da sind echte Perlen drunter, die nicht mal ansatzweise Beachtung finden und ich frage mich immer und immer wieder, warum das so ist. Eigentlich kanns nur finanzielle und lobbyistische Hintergründe haben.

    Und wir als Blogger UND Leser sind gefragt, da penetrant zu sein und immer und immer wieder eben bis dato im Dunkeln still vor sich hin leuchtenden Autoren und Verlagen ans Licht zu helfen. Ich wünsche mir auch sehr, dass das z.B. durch solche Aktionen wie das Schaufenster erreicht wird! Und in meinem wird es auch mindestens eine Autorin genau aus der Riege geben 🙂

    Also, lasst und penetrant sein 🙂

    Liebste Grüße
    Bine

    1. Danke liebe Bine!
      Einen Irrtum muss ich allerdings aufklären – nur die „Ready-Steady-Go“-Veröffentlichungen bei bookshouse sind e-book only, bei allen anderen gibt es auch eine Print-Ausgabe, die ganz normal im stationären Handel bestellt werden können. 😉 Manchmal erscheint allerdings das e-book vor dem Print. Da hilft aber ein Blick auf die Homepage.
      Zum Glück gibt es ja auch kleine Buchhandlungen, die bereit sind, was Neues auszuprobieren, aber leider wohl noch nicht genug.
      Dir noch eine schöne Woche, LG Silke

  2. Liebe Silke, finde ich toll, dass du so rührig bist und dich für den bookhouse Verlag und deutsche Autoren stark machst! 🙂 Ich für meinen Teil habe das mit den Buchhandlungen mittlerweile praktisch aufgegeben. Ich habe es bei etlichen versucht, jemanden zu finden, der/die interessiert daran wäre, einerseits mich zu unterstützen und andererseits von mir unterstützt zu werde. Und ich wage zu behaupten, dass die Buchhandlung dabei das bessere Los ziehen würde, da ich nicht nur meine eigenen (reichlichen) Buchbestellungen über sie laufen lassen, sondern sie auch bei meinen LeserInnen empfehlen würde. Üblicherweise ist es aber so, dass die Buchhandlungen in meiner Umgebung nicht einmal antworten, weder per Mail noch über Facebook. Mittlerweise glaube ich, dass die Buchhändler sehr viel jammern und Unterstützung einklagen, aber dabei vergessen, wer denn die Unterstützer wären – nämlich häufig (und es gibt heute ja immer mehr) die deutschen Autoren.Wobei ich wieder am Ausgangspunkt wäre. 😉 Mein Eindruck ist, dass das prinzipiell ganz schön was im Argen liegt. Natürlich wollen sich die Buchhändler finanziell absichern, möglichst risikoarm wirtschaften und planen. Aber das kommt mir alles zu kurzsichtig vor. Ich wünschte mir sehr, es würde mal anders werden. Ich warte auf mehr Kreativität von Seiten des Buchhandels und dazu gehört mit Sicherheit auch das Besinnen auf die heimischen Autoren und kleineren Verlage.
    LG, Simone

    1. Leider mussten deine Erfahrungen viele deutsche Autoren machen. Aber es gibt auch andere Buchhändler – wenige noch, aber es lässt hoffen! 😉
      Ich mache mich übrigens nicht nur für bookshouse stark, sondern für alle Verlage, denen ihre Autoren von hier wichtig sind! 🙂

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