Deutsche Autoren, deutsche Orte – warum immer noch so problematisch?

Was ich denke

Ja, genau – dies wird wieder einer dieser Beiträge, bei denen ich mir, wie oben schon angedeutet – Gedanken mache. 😉

Diesmal geht es um Deutsche Autoren und um Handlungsorte in unserem Heimatland.

Angeregt durch einen Post von Simone Olmesdahl, ob deutsche Settings entzaubern oder nicht und auch zahlreichen Diskussionen in der einen oder anderen Buchgruppe bei Facebook, habe ich mir in den letzten Tagen mal Überlegungen gemacht.

Ich selbst lese jetzt seit ich es in der Schule gelernt habe. Als Kind die damals typischen Bücher – Enid Blyton, Astrid Lindgren, Erich Kästner und was es sonst so Ende der 70er für Kinder gab.

Als ich älter wurde griff ich zu den CORA-Romanen – ich kenne sie alle: Julia, Romana, Tiffany und so weiter … natürlich auch die Romane für die Jugend – Denise und Mistery.
Aber ich liebte auch historische Liebesromane. Johanna Lindsey, Julie Garwood und allen voran Jude Devereaux, deren Bücher jeden Umzug mitgemacht haben und stolz mit all ihren Macken in meinem Bücherregal stehen. Es folgten Star Trek-Romane und Fantasy. Gerade ab Mitte der ’90er gab es in diesem Bereich einiges zu entdecken.
In meinem Regal tummelten sich Christine Feehan, Lynsay Sands, Nalini Singh und zahlreiche andere. Ab und an verirrte sich auch mal das Buch einer deutschen Autorin.

2011 passierten dann zwei Sachen gleichzeitig – ich stolperte auf der Suche nach neuem Lesestoff über zwei Romane, die etwas veränderten.

2015-06-08 11.43.05Zum einen war es Michelle Raven, die sich mit ihren Berglöwen in mein Herz geschrieben hat. Anfangs war mir gar nicht bewusst, dass es sich hier um eine deutsche Autorin handelte. Doch als ich dies realisierte, nahm ich zaghaft den Kontakt bei Facebook auf – anfangs mit liken ihrer Seite, dann mit zaghaften Kommentaren. 😉
10309645_10204221826324793_7297940077195716494_nAls Michelle darauf reagiert, schlug mein kleines Fanherz fast doppelt so schnell.
Unser erstes Treffen im April 2013 werde ich nie vergessen.
Den Bericht dazu findet ihr hier. 😉
Der Kontakt zu Michelle hat meine Schritte im Buchuniversum beflügelt. Ohne sie hätte ich so viele Menschen nicht kennengelernt.
Aber ich schweife ab, es geht ja eigentlich um was anders. 😉

Anne Hertz - Schwestern und Jan Sievers auf der Lesung zu
Anne Hertz und Jan Sievers – Lesung zu „Wunschkonzert“
Die Anne Hertz - Schwestern und ich.
Die Anne Hertz – Schwestern und ich.

Zum anderen die Anne Hertz-Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, die mir mit Wunschkonzert nicht nur einen neuen Musiker schenkten, sondern auch für meine erste Lesung sorgten.

Beide Romane beeindruckten mich und immer öfter griff ich nach Büchern deutscher Autoren. Seit gut anderthalb Jahren lese ich bis auf wenige Ausnahmen nur noch Bücher deutscher Autoren.

Egal ob Krimi, Liebesroman, Thriller, Fantasy, Kinder- und Jugendromane … es gibt so viele gute Autoren von hier – egal ob großer oder kleiner Verlag oder Selfpublisher. Und es gibt für mich mehrere Vorteile:

  • die Autoren wissen, wie wir leben und so könnten ihr Protagonisten meine Nachbarn sein.
  • Sie kennen die Orte oder haben zumindest die Möglichkeit sie zu besuchen.
  • Ihre Romane müssen nicht übersetzt werden, wodurch sich keine inhaltlichen (Übersetzungs)fehler einschleichen könnten.
  • Sie wissen, wie der Verwaltungsapparat funktioniert und können ihn daher realistisch darstellen bzw. konkret recherchieren.

Immer wieder höre oder lese ich, dass der Cowboy romantischer klingt, als der Bauer. Aber mal ernsthaft (ACHTUNG! Ich dramatisiere 😉 ) – glaubt ihr wirklich, das Cowboys mit ihrer mangelnden Körperhygiene, den schlechten Zähnen und ihrem einfachen Denken ROMANTISCH sind?

1524925_10204524278245902_4220137215122095729_nNein, ernsthaft – natürlich gibt es gewisse Berufe, die im Ausland besser und schöner klingen, als auf Deutsch.
Oder Orte, die faszinierender sind als der schnöde Nordseestrand. Aber auch der Nordseestrand kann wunderbar romantisch sein.
Schon mal einen Sonnenuntergang dort erlebt? 😉
Aber vielleicht liegt es auch daran, dass man sich manche Handlungen aus Romanen lieber nicht in seinem Heimatland vorstellen möchte.

Mir geht es jetzt noch nicht einmal darum, dass alle Romane in Deutschland spielen müssen, aber mir fällt auch auf, dass Autoren aus Deutschland gerne belächelt werden.
Dabei haben wir soooo gute Damen und Herren, die einen mit ihrer Geschichte einfangen können.

Und damit meine ich nicht nur die Autoren, die allen Lesern ein Begriff sind, sondern auch die, die für Kleinverlage oder sogar im Selbstverlag schreiben. Ich habe da in den letzten zwei Jahren so manche Perle gefunden, die mich wirklich überrascht hat. Es gab in letzter Zeit sogar nur ein Buch, dass mich so gar nicht überzeugen konnte.

Was ich eigentlich zum Ausdruck bringen möchte ist – Deutsche Autoren müssen sich nicht hinter ihren Kollegen aus dem Ausland verstecken. Sie sind in dem, was sie können genauso gut. Manchmal vielleicht sogar besser. 😉

Deutsch geht – man muss den Handlungsorten und Autoren nur eine Chance geben.
Und vielleicht auch den richtigen Roman zur richtigen Zeit finden!
Probiert es einfach mal aus! 😀

Vielleicht ja mit einer Autorin, die zu DeLiA – Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren gehört. 😉

Und jetzt die Frage an euch:

Lest ihr Romane von deutschen Autoren?
Warum? Warum nicht?

Mögt ihr Bücher, die hier spielen?
Warum? Warum nicht?

Ich bin auf eure Antworten gespannt!

Eulengrüße

26 Gedanken zu „Deutsche Autoren, deutsche Orte – warum immer noch so problematisch?

  1. Liebe Silke,
    hach, Du sprichst mir sooo aus dem Herzen!
    Bei mir haben sich auch mit der Zeit immer und immer mehr deutsche Autoren eingeschlichen, ja, auch in mein Herz (erst gestern sogar auf meine heimische Couch gg). Nun, mich persönlich sprechen gerade heimische Gefilde, also deutsche, nicht nur ruhrpöttische, sehr an. Ich kann damit viel mehr verbinden, kann „mal eben“ hin fahren, oder eben, wenn man da in der Gegend mal Urlaub macht, den Ort des Geschehens besuchen. Toll!

    Und ich finde, auch wenn ich schon des Englischen irgendwo mächtig bin, die Kommunikation mit deutschen Autoren, sofern sie das zulassen, doch bedeutend einfacher. Ist doch so! Man kann leichter auf deutsch per Facebook oder Email nett bei einem Autoren sich vorstellen, vielleicht Aktionen planen, als mit englischsprachigen z.B. Mir gehts zumindest so! Da ist eine Hemmschwelle weniger 😉

    Und es gibt soooo viele tolle deutsche Schriftsteller! In allen Genres! Man muss nur mal den Mumm haben, sich drauf einzulassen, dann merkt man das! Und ich hoffe, dass das noch viel weiter um sich greift und nicht nur auf die hochgepushten Autoren (unter denen es auch unbestritten tolle gibt!) beschränkt bleibt!

    Liebste Grüße
    Bine

  2. Hi Silke,

    du hast wirklich recht. Ich lese auch immer wieder deutsche Autoren oder Autorinnen und wurde fast noch nie enttäuscht. Sogar die deutschen Settings sind mir ans Herz gewachsen. Ich habe auch kein Problem dabei, wenn mal eine Geschichte irgendwo anders spielt.
    Das mit Michelle Raven kann ich total gut nachvollziehen. Ich denke viele von uns haben mit ihren Fantasygeschichten angefangen und sie auf Facebook kontaktiert. Sie ist aber auch ganz besonders nett zu ihren Lesern.

    Auf viele weitere gute Bücher und Geschichten.

    lg
    Marie

  3. Hallo Silke,
    deutsche Settings sind ein zweischneidiges Schwert. Denn zum einen ist es natürlich so, dass deutsche Autoren ein deutsches Setting sehr glaubhaft darstellen können zumal sie über ihre Heimat schreiben über die sie unendlich viele wichtige Kleinigkeiten wissen und einbringen können. Zum anderen ist es in Deutschland aber teilweise auch so, dass alles, was aus Deutschland kommt, kleingeredet und von oben herab betrachtet wird. Alles im Ausland wird gerne als viel spektakulärer angesehen. Bekanntlich schmeckt es auswärts immer am besten.

    Ein Beispiel zeigt das sehr deutlich: Thomas Gottschalk hatte vor Jahren Nicolas Cage zu Gast bei Wetten dass …? anlässlich dessen neuen Films „Das Vermächtnis des geheimen Buches“. Für alle, die den Film nicht kennen, dort geht es um ein Buch, in das die US-Präsidenten die größten Geheimnisse der Nation hineinschreiben und an ihren jeweiligen Nachfolger weitergeben. Jedenfalls meinte Gottschalk: „Bei uns würde das nicht funktionieren: Es gibt da so ein Buch, da hat der Schröder mal was reingeschrieben.“
    Ich finde, da hat er den entscheidenden Punkt gefunden. Eben weil wir alle Deutschland so gut kennen, sind viele Leser/Zuschauer sehr kritisch. Wir wissen, das Leben in Deutschland verläuft in Wirklichkeit zumeist sehr ruhig und wenig spektakulär, mit anderen Worten eher nicht erzählenswert. Es ist für Autoren daher sehr schwer, eine tolle Geschichte in das ruhige, wohlbekannte Deutschland einzubinden. es ist unfair, aber wenn wir ehrlich sind, dann trauen wir anderen Ländern Dinge zu, die wir bei uns einfach nur lächerlich finden würden.

    Grüße
    Christian

    1. Danke Christian für deine Meinung.

      Natürlich funktionieren gewisse Sachen eben besser in anderen Ländern. Das ist einfach so. 😉

      Allerdings beweisen viele deutsche Autoren – egal ob Fantasy, Liebesroman oder Krimi/Thriller, dass es auch in Deutschland funktioniert. Allerdings gehören sie leider nicht zu den „Großen“, weil sich die Leser immer noch schwer damit tun, deutschen Autoren (außerhalb von Krimis und Liebesromanen) eine Chance zu geben. So kommt es mir zumindest vor.

      Die Frage, die ich mir stelle ist allerdings – warum finden wir gewisse Themen lächerlich, wenn sie in Deutschland spielen würden?

      LG Silke

      1. Hallo Silke,
        selbstverständlich gibt es in jedem Genre gute deutsche Autoren, die es trotz genannter Widrigkeiten schaffen, Geschichten zu erschaffen, die fesseln und unterhalten. Nur die Autoren haben es eben ungleich schwerer wenn sie ihre Geschichten nach Deutschland versetzen.

        Tja, warum finden wir Themen lächerlich, die wir anderswo akzeptieren würden? Ich denke, es hängt, wie oben erwähnt, mit der Vertrautheit zusammen, aber auch mit der Wichtigkeit in der Welt. Konstruieren wir mal eine Idee für eine Geschichte:

        Aliens greifen den Regierungsssitz an und der Regierungschef muss die Verteidigung einleiten. Setzen wir diese Geschichte nach Washington D.C., dann könnte das ein guter Ausgangspunkt sein. Setzen wir sie hingegen nach Berlin fragt sich der deutsche Leser als erstes: Was wollen die Aliens denn ausgerechnet in Berlin?
        Wir sind einfach nicht so wichtig. 😉 Also muss der Autor sich erst mal gewaltig ins Zeug legen, um irgendwie das Szenario glaubhaft zu gestalten, was bei einem anderen Setting automatisch gegeben wäre.

        Hätte King Kong auf dem EZB-Turm in Frankfurt funktioniert? Möglich, aber New York ist definitiv die spektakulärere Kulisse. Was für Filme gilt, gilt auch für Bücher, denn beides sind ja Geschichten.

        Oder nehmen wir nochmal das Beispiel von Thomas Gottschalk oben:
        Ein Buch, in das die deutschen Bundeskanzler die größten deutschen Geheimnisse reingeschrieben haben. Das lässt sich mit etwas Aufwand zu einer brauchbaren Geschichte entwickeln, aber sie wird nie den Glanz erreichen, den sie hat, wenn wir sie nach London, Paris oder Washington D.C. versetzen. Wir kennen Deutschland eben in und auswendig, da sind wir erstmal skeptisch, wenn uns jemand mit irgendwelchen Geheimnissen locken will.

        Ein Erdbeben in Kalifornien macht als Szenario eben mehr her als eins in der Eifel. 🙂

        Viele liebe Grüße
        Christian

  4. Liebe Silke,

    ein toller Beitrag, dem ich lauthals zustimme! 😉

    Ich habe noch nie einen Unterschied zwischen deutschen und ausländischen Autoren gemacht und wundere mich immer, dass viele Leser da überhaupt differenzieren. Meiner Meinung nach gibt es keinen „Qualitätsunterschied“. Wer hat so einen Blödsinn eigentlich erzählt? Es ist doch wie immer alles nur eine Frage des Geschmacks. 🙂

    Inzwischen lese ich auch fast nur noch Bücher deutscher Autoren – ich finde den Gedanken schön, die hiesige Literaturlandschaft zu unterstützen – schließlich sind wir das Land der Dichter und Denker, oder nicht?! 😀

    Und ob Kleinverlag oder Indie: Ich unterstütze alle gern und habe schon so manchen kleinen Schatz entdeckt, für den ich unglaublich dankbar bin! <3 (Könnte sie jetzt gar nicht alle aufzählen.) Sie schwimmen auch oft gegen den Mainstream, was ich LIEBE! <3

    Auf unserem Blog haben wir auch eine Aktion, die uns sehr am Herzen liegt: Die „Verborgenen Schätze“. Dort stellen wir monatlich einen Geheimtipp vor – und bisher sind 7 von 8 meiner Bücher von deutschen Autoren, yeah! 🙂 Mir liegt es sehr am Herzen, vor allem deutsche Autoren zu unterstützen und ich finde es schön, zu sehen, wie viele Blogger ihr Herz für deutsche Autoren entdecken und sich nicht an Namen, Schauplätzen oder was auch immer stören! 😀

    Ein riesiger Vorteil ist auch, dass man deutsche Autoren viel leichter kontaktieren kann, als z. B. amerikanische Bestsellerautoren. Ich schreibe gerne Nachrichten in facebook und gebe ein begeistertes Feedback ab, wenn mir eine Geschichte gefallen hat. Bisher waren alle Autoren super lieb und haben sich total gefreut! So konnte ich schon richtig nette Kontakte knüpfen und ich find’s einfach eine grandiose Möglichkeit, meine Gedanken zum Buch (und evtl. Fragen zur Story und Fortsetzungen und und und…) direkt an den Autor zu richten. Das hat schon was! 🙂 <3

    In diesem Sinne (ehe ich hier kein Ende mehr finde ^^): GO GO DEUTSCHIES 😀

  5. Was leider bei deutschen Autoren durchweg fehlt, ist der Sinn fuer Humor – was das Lesen von deutschen Romanen sehr langweilig macht. Wenn man sich im deutschen Buchhandel umsieht, dann sieht es sehr traurig aus, denn fast 100% von allem, was veroeffentlicht wird, ist dermassen „trocken“ und versucht verkrampft, gehobene Literatur zu sein, es bleibt einem im Halse stecken. In vielen Buchhandlungen gibt es noch nicht eimanl die Rubrik „Humor“.

    Und sich nur auf deutsche Autoren zu konzentrieren und alle andere Weltliteratur zu ignorieren scheint mir sehr gefaehrlich…besonders, wenn man bedenkt, dass historisch gesehen Deutsche immer glauben, sie sind so viel besser als der Rest der Welt (warum ich schon seit mehr als 30 Jahren nicht im „Heimatland“ lebe). Ich kann dem obigen „Schlachtruf“ nur entgegensetzen, dass Ignoranz von der Kultur seiner Nachbarn nichts ist auf das man Stolz sein sollte.

    1. Huhu!
      Ich danke dir für deinen Beitrag.
      Das mit dem Humor kann ich leider nicht bestätigen. Natürlich ist Humor selektiv – jeder lacht über etwas anderes. Aber gerade erst am Donnerstag haben mein Freund ich den Feiertag lesend im Garten verbracht und vor uns hin gekichert. Wir haben beide Bücher deutscher Autoren gelesen.
      Und auch sonst passiert es mir, dass ich schallend lache.
      Leider ist es allerdings so, dass hier in Deutschland mehr ausländische Unterhaltungsliteratur verkauft wird, als von Deutschen.
      Wenn du ein wenig auf meinem Blog stöberst, dann wirst du sehen, dass es mir nicht um Nationalstolz oder anderes geht. Es geht mir einfach darum, klar zu machen, dass deutsche Autoren genau so gut wie ihre ausländischen Kollegen sind und gute Unterhaltungsliteratur schreiben können.
      Im Gegenteil – ich beteilige mich mit vollem Herzen im Projekt „Gegen das Vergessen“, aber es ist schade, dass Deutschland und seine Bewohner immer noch so einen schlechten Ruf haben. Meine Generation und die nach mir haben nichts mit dem 2. Weltkrieg zutun. Und davon mal abgesehen, haben andere Länder ebenfalls Dinge getan, die nicht unbedingt Menschenwürdig waren. Ich sage nur Indianer, Sklavenhaltung und Internierung der Japaner in den USA.
      Mein Beitrag sollte allerdings in keiner Weise politisch sein. Er sollte nur eine Lanze für deutsche Autoren und Deutschland als Handlungsort brechen.
      Zum Thema Buchhandlung – da steht leider nicht alles. Viele Bücher die ich lese, stammen aus Kleinverlagen oder von Selfpublishern. Was die Buchhandlungen angeht – da gibt es genau zu diesem Thema einen Beitrag auf dem Blog. 😉

      LG Silke

      1. Auf die Frage, ob deutsche Autoren so gut sind wie die Auslaendischen kann man natuerlich antworten, dass die Bestsellerlisten eindeutig NICHT deutsche Autoren en Mass auffuehren. Das hat nichts mit Vorurteil gegen Deutsche zu tun, sondern ist einfach darauf basiert, dass der grosse Teil deuscher Autoren einfach nicht ein internationales Publikum anspricht, zu humorlos ist und, ehrlich gesagt, zumindest im self-published Umfeld nicht sehr gut ist (im Vergleich zu dem was Amateure und neue selbstveroeffentlichende Autoren im Ausland so heraus bringen). Ich sehe mir regelmaessig deutsche Platformen wie Bookrix an, bei dem auch ich Mitglied bin, oder Webseiten, bei denen Leute einfach veroeffentlichen koennen. Die Qualitaet ist nirgends zu finden. Die internationalen Buchverkaeufe sprechen einfach dafuer, das die Qualitaet nicht da ist bei den deutschen Autoren.

        Ein grosser Teil der deutschen Verlage verlangt daher von neuen Autoren, die in Deutschland im traditionellen Sinne veroeffentlichen wollen, dass sie sich mit einem grossen finananziellen Aufwand sozusagen einen Platz im deutschen Buchhandel erkaufen, sonst werden sie gar nicht erst gedruckt/veroeffentlicht. Also wird von Anfang an auch die Anzahl der (guten) Autoren verkleinert im Vergleich mit internationalen Autoren, wenn Du verstehst was ich meine, und damit dann natuerlich auch unterrepraesentiert sind.

        1. Liebe/r beaglebooks,

          ich weiß nicht, woher du die Info hast, dass die Verlage von ihren (deutschen) Autoren verlangen, für Werbung zu bezahlen. Mir ist derartiges noch nicht zu Ohren gekommen. Klar, heute muss der Autor selbst mehr Zeit in Werbung investieren als früher. Das liegt aber auch an der erhöhten Bedeutung von Social Media. Durch Facebook und Co kann der Autor einfach und unkompliziert mit seinen Lesern in Kontakt treten. 😉

          Und gerade im SP-Bereich gibt es einige sehr, sehr gute Autoren – die sogar teilweise bei Verlagen unter Vertrag sind, aber einige Reihen lieber selbst verlegen. Auch ist der Anspruch an die SPler extrem gewachsen. Wer da mithalten will, kann und wird auf ein gutes Lektorat und Korrektorat nicht verzichten.

          Hast du dir mal die Bestseller-Listen genau angesehen? Da gibt es einige deutsche Autoren (teilweise mit englischem Pseudonym). 😉

          LG Silke

    2. Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich drauf reagiere, kommentiere und in welcher Weise…
      Provokativ gesagt: Alles das, was Du den Deutschen gerade vorwirfst springt einem aus Deinem Kommentar an. Das ist verdammt traurig!

      Durchweg fehlt den deutschen Autoren Humor?!!! Das ist eine ziemlich haltlose Behauptung. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, lacht man sich hierzulande wirklich tot. Gott sei Dank!

      Ich kann mich Silke allerdings auch nur anschließen, es geht nicht um ein Politikum, sondern um das Verschmähen der deutschen Autoren und Handlungsorte und Auf-den-Sockel-Heben überwiegend amerikanischer Autoren und Handlungsorte, ohne dass ein wirklich handfester Grund vorliegt. Vor allem, weil es ja mittlerweile nicht gerade wenige Leser gibt, die genau das so sehen!

      Keiner hat aber etwas davon gesagt, dass es andersherum sein sollte, sondern dass Autoren jedweder Nationalität, so sie denn „gute Bücher“ schreiben, eine Daseinsberechtigung haben!

      Verzeih bitte, aber Dein Kommentar regt mich grad ein bisschen sehr auf 😉

      Noch was: Ich glaube kaum, dass ein Sebastian Fitzek sich krampfhaft bemüht, „höhere Literatur“ zu schreiben oder eine Gabriella Engelmann 😉 oder oder oder… Wobei ich da auch gern mal eine allgemeingültige Definition hätte, was das denn genau ist, die höhere Literatur…

      O.k., ist etwas lang geworden jetzt, aber wenn man sich einmal in Rage schreibt…

  6. Hallo Silke,
    als deutsche Krimiautorin gestehe ich, dass mir bei deinen Worten das Herz aufgeht 🙂 Selten wurde es so schön auf den Punkt gebracht, dass es auch in Deutschland gute Autorinnen und Autoren gibt. Damit räumst du uns endlich auch mal eine faire Chance auf dem deutschen Buchmarkt ein. Das schlechte Selbstbewusstsein der Deutschen – damit meine ich die Kleinrederei von allem, was aus Deutschland kommt – verdanken wir einer Zeit, die uns selbst schon lange nicht mehr betrifft. Warum sollen wir also ewig damit weitermachen? Es ist für uns an der Zeit, dass wir über uns selbst mal anders denken. Und mit solchen öffentlichen Ansichten, wie du es hier getan hast, Silke, ist ein guter Anfang gemacht!
    Und es muss noch nicht einmal die Nordseeküste sein, um in einem deutschen Krimi Spannung aufbauen zu können! Das geht sogar in dem schönen, kleinen Saarland, in dem meine Krimis überwiegend spielen 😉
    Auf dass uns die Ideen in Deutschland niemals ausgehen werden …
    … schicke ich dir
    „mörderisch“ liebe Grüße
    Elke

    1. Danke Elke!
      Du sprichst da ein Thema an, dass mir graue Haare bereitet. 😉 Ich habe in meiner Antwort zu dem Kommentar über dir da etwas zu gesagt.
      Und ja, ich hoffe, dass nicht nur unsere Autoren stolz auf die Geschichten sind, die sie uns schenken, sondern auch die Leser begreifen, dass sich die deutsche Unterhaltungsliteratur nicht hinter der aus anderen Ländern verstecken muss. 😀
      LG Silke

      1. „beagelbooks2014“ (über mir) macht eine Aussage, zu der ich nur eins sagen kann: „Thema verfehlt“
        Mir deren Problemen bzw. Vorwürfen ist sie hier in dieser Diskussion nicht richtig.
        Aber, graue Haare wollte ich dir keine bescheren, liebe Silke 🙂
        Ich wollte eigentlich zum Ausdruck bringen, wie es schön ist, endlich mal (leichten) Rückenwind als deutsche Autorin zu spüren 😀

      2. Lach – das mit den grauen Haaren war auch eher auf „beagelbooks2014“ bezogen und deinem Kommentar, dass wir einfach immer noch kein Selbstbewusstsein haben, da wir uns nicht trauen…

        Für Rückenwind sorge ich immer gerne! 😉

    2. Und um Elke noch weiter zu unterstützen, gerade die Begegnung zwischen den Saarländern und anderen deutschen Mentalitäten erzeugt bereits Humor pur. Dazu muss man sie und ihre speziellen Eigenheiten allerdings wirklich gut kennen. Nicht umsonst kennt jeder Heinz Becker ….

  7. Hallo und guten Tag,

    also ich lese gerne und immer wieder Nele Neuhaus mit ihren hessischen Krimis. Denn ich liebe Romane aus meiner alten Heimat und genauso gerne lese ich Rita Falk und ihre bayrische Dorfwelt.

    Und auch der Humor kommt da nicht zu kurz.

    Vielleicht nehmen das viele Leser auch nicht so richtig mehr wahr, dass viele Autoren in Deutschland ihre Werke ansiedeln.
    Meine aktuellen Beispiele sind da:

    Das verlorene Dorf ….von Stefanie Kasper spielt 1844 in Augsburg und im Schongau

    Oder von Cordula Hamann…Spurlos im Schnee..ein Krimi..in der Nähe von Garmisch.

    LG..Karin..

  8. Hallo Silke,
    ich weiß gar nicht ob man immer alles nach deutschen, französischen, englischen und was auch immer Autoren sortieren muss. Ich lese was mir gefällt, wo mir der Klappentext zusagt, mich das Cover anspringt und sicher auch manchmal ob mir der Name des Autors was sagt.
    Vielleicht promoten amerikanische oder englische Verlage oder Agenten ihre Autoren besser, jedenfalls lese ich sehr viele englischsprachige Autoren, allerdings in der deutschen Übersetzung.Ich habe gar keine Lust mir schon vor dem Buchkauf Gedanken darüber zu machen ob das Buch nun von einen deutschen Autor stammt oder nicht. Wichtig ist für mich, dass mir das Buch gefälllt, nicht der Autor. Ich will einfach nur eine gute Geschichte, ob sie nun Kleinkleckersdorf oder South Carolina angesiedelt ist.
    Manchmal wähle ich ganz bewusst Bücher die im Ausland handeln weil ich Vendig liebe oder weil ich Paris so toll finde oder weil es manche Dinge hier gar nicht in der Form gibt wie in Amerika (z.B. die Amish, wie in den Büchern von Linda Castillo) und ich gerne mehr darüber wüsste.
    Dazu kommt, wie schon Christian Más Gris in seinem Kommentar erwähnte – Aliens die Berlin angreifen um sich von Frau Merkel einschläfern zu lassen? Soviel Realismus hat für mich keinen Unterhaltungswert 🙂
    Mir ist es jedenfalls herzlich egal aus welchem Land ein Autor stammt, solange mir sein Buch gefällt. Ich will ihn ja nicht heiraten, sondern mich nur ein paar Stunden unterhalten lassen.

    LG
    Tina

  9. Ich lese was gefällt, dabei ist mir erstmal egal wo die Handlung spielt und woher die Autorin/ der Autor kommt.
    Ich musste allerdings in der letzten Zeit feststellen, dass ich zunehmend zu deutschen AutorInnen greife, wobei das allerdings eher unbewusst geschieht. Aber mich persönlich freut es, denn auch hier findet man Qualität – und das unabhängig vom Genre.
    Der Deutsche meckert ja gerne auf hohem Niveau, um mal die Klischeekiste zu bemühen, aber da ist schon etwas dran. Ich glaube, dass viele Leser bei deutschsprachigen AutorInnen kritischer sind. Vermutlich ist das ein „Problem“….

    Was die Handlungsorte angeht, so finde ich beides gut: Aus- und Inland. Ich mag gerne regionale Bezüge, fühle mich aber in Californien oder auf den Malediven ebenso wohl. Es kommt hier auch immer ein wenig auf die Geschichte an.

    Fazit: Unterhaltung ist für mich das ausschlaggebende Kriterium Nr.1, aber ich mag deutsche Autoren und Handlungsorte sehr gerne 🙂

  10. Ich achte beim Kauf von Büchern überhaupt nicht darauf woher Autoren kommen. Es finden sich auch ein paar deutsche Autoren in meinem Bücherregal, die meisten v.a. neue Bücher wurden aber übersetzt.

  11. Ich achte auch nicht wirklich woher die Autoren kommen, aber ich find es immer wieder schön, wenn Autoren aus Deutschland kommen und die Bücher dann auch in Deutschland spielen. Viele Welten sind nämlich dann entweder fiktiv oder in England oder Amerika. Ich mag deutsche Autoren wie Charlotte Inden, Jeanine Krock, Bernhard Hennen, Wolfgang Hohlbein und so. Wobei ich auch gestehen muss, dass ich einfach viel mehr englisch sprechende Autoren lese als deutsche. Ich find dabei aber auch mal schön die Bücher in Originalsprache zu lesen. Kinderautoren gibts natürlich auch viele tolle Deutsche.

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